Am Dienstag, den 10.06.2025, ein Tag nach dem Deutschen Mühlentag, wurde im Umlauf der Mühle ein ca. 3 kg schwerer Stahlarm von der Halterung der Kroykette gefunden. Das Teil stammt von einem der 8 Eckhalterungen der Kroykette. Dieser ca. 30 cm lange Tragarm ist nicht abgebrochen, er ist durch starke Blattrostbildung an der Schraubverbindung abgerostet und aus ca. 10 m Höhe abgestürzt. Genau an der Stelle, wo die Pastorin Frau Gatscha aus Schönberg, einen Tag vorher ihre Predigt abgehalten hatte. Wir haben großes Glück gehabt, es hätte einen schweren Unfall geben können. Schnelles Handeln aus Sicherheitsgründen war gefordert. Nach Öffnung des Kappenbodens wurden weitere, schwere Schäden festgestellt. Fazit: Alle acht Eckhalterungen müssen mit Hilfe eines Hubsteigers und der Schlosserei Eggert Hagen, ausgebaut und generalüberholt werden. Ebenfalls waren auch einige Laschenverbinder, die die Parierbalken verbinden, ab- oder eingebrochen. Wir hatten Glück, dass die Firma Eggert Hagen uns ihre Hilfe angeboten hat.
Am Dienstag, den 17.06. 2025 begannen die Arbeiten.
Nach dem Einsprühen mit Rostlöser wurden alle acht Eckhalter nacheinander ausgebaut, bei Firma Hagen in der Werkstatt überholt und die gerissenen Gussteile aufwendig geschweißt. Die Gewinde von ½ Zoll UNC auf M 14 neu geschnitten, die Flanschflächen der Arme teilweise aufgeschweißt, teils erneuert. Das Problem: Eine Eckhalterung ca. 25 kg schwer lässt sich nur hinten im Getriebebereich ausbauen. Das Fest- anliegen der horizontalen um den Mühlenrumpf liegenden Kette, lässt den Ausbau an anderen Stellen nicht zu. D.h. es kann jeweils nur ein Teil ausgebaut, bei Fa. Hagen in Charlottenhof überholt, geschweißt, verstärkt, mit neuen metrischen Schrauben M 14 versehen, mit Olvatrol konserviert und wieder eingebaut werden. Um die Kappe überhaupt bewegen zu können, gibt es einen Handkurbelantrieb. Der funktioniert aber nur bei Windstille, gegen den Wind lässt die Windrose kein verstellen zu. Wir mussten daher die Windrosenkette öffnen, vom oberen Kettenrad abheben und lose über die Welle laufen lassen. Weil diese Arbeit zeitaufwendig und schweißtreibend ist, habe ich eine Vorrichtung hergestellt mit der man die Kappe mit einer großen Kegelbohrmaschine verstellen konnte. Zunächst haben wir zwei Halterungen am Tag geplant gehabt. Das lies sich aber nicht realisieren. Die Risse und Brüche in den Gussteilen sind sehr aufwendig zu schweißen, alte Schrauben müssen ausgebohrt und neue Gewinde geschnitten werden. Ich musste zweimal nach Kiel zu Fa. Schoppe, um neues Schraubenmaterial zu beschaffen. Zollschrauben wie Original sind nicht mehr lieferbar. Die gekauften ½ Zoll UNC passten mit dem alten Gewinde nicht überein. Wir haben auf M 14 umgebaut. Die Eckhalterungen sind mit vier Schrauben an der Mühle befestigt, die beiden oberen M 20 x 250 in den Parierbalken. Die unteren waren mit Schlüsselschrauben (Holzschrauben) im Taflement befestigt. Diese waren fast alle lose, teilweise einige Zentimeter herausgezogen, ein Stück war tief im Holz abgebrochen. Die Halterungen waren dadurch lose und nicht mehr sicher im Holz befestigt, obwohl über 300 mm lang und 20 mm dick. Um eine sichere Befestigung zu erreichen, haben wir unten mit langen 20er Gewindestangen gearbeitet. Dafür mussten die Balken des oberen Taflements komplett auf über 600 mm auf Durchmesser 20 durchbohrt werden. Diese verstärkte Befestigung mit Durchgangsschrauben führt gleichzeitig zur Stabilisierung der oberen Balken des Taflements. Diese Schrauben, wie auch die oberen in den Parierbalken können nun jederzeit von innen überprüft und nachgezogen werden, was vorher nicht möglich war. Damit sind die Eckhalterungen langfristig sicher befestigt. Außerdem wurden die Verbindungslaschen der Parierbalken alle durch stärkere Flachstahlwinkel ausgetauscht. Einige waren im Winkelbereich ab- oder angebrochen. In der Zwischenzeit, als Eggert Hagen mit der Schweißarbeit in seiner Werkstatt war, habe ich in meiner Werkstatt Schraubenlängen angepasst und Gewinde geschnitten. Außerdem haben wir das untere Stützlager am Windrosengetriebe neu befestigt. Die alten Schrauben für die Befestigung waren abgebrochen und mussten ausgebohrt werden. Auch diese drei Schrauben wurden von M10 x60 auf 12 x 60 geändert.
Freitag: Vier Eckhalter fertig.
Montag, den 23.06.2025 wegen Regen und Sturm nur Werkstattarbeiten möglich.
Dienstag, 24.06. bis Donnerstag, 26.06. restliche Reparatur- und Montagearbeiten. Reparatur des 21er Langbohrers 700 lang, Bohrer war vom Schaft abgebrochen.
Donnerstag: Einbau des letzten Eckhalters für die Kroykette, sowie der letzten Verbindungslasche für die Parierbalken. Alle Befestigungen mit neuen Schrauben und Bolzen eingesetzt. Montage der abgenommenen Windrosenkette auf dem Kappendach. Abschmierarbeiten von Windrose und Spannstation, Überprüfung sämtlicher Komponenten auf Funktion und Sicherheit.
Ergebnis: Mühle klar, kann laufen.
Einige Rest- und Reinigungsarbeiten in der Kappe und Zwischenboden werden nachgeholt. Anschließend in meiner Werkstatt Reinigung der Werkzeuge. Bereitstellung des Hubsteigers auf dem Parkplatz mit Auftanken von Diesel und Reinigung der Bühne.
Arbeiten durch Fa. Hagen: 130 Stunden
Arbeiten durch Mühlenverein:
Peter Stoltenberg 90 Stunden
Bernhard Wolff 20 Stunden
Gefahrene Kilometer: 250
Hubsteiger Fa. Köhnemann 8 Arbeitstage
Der Gesamtschaden beläuft sich auf ca. 10.000 €
Er hat ein großes Loch in unsere Vereinskasse gerissen.
Wir freuen uns, dass wir von der Raiffeisenbank zwischen den Meeren mit 2.000 € unterstützt wurden.
Ein Problem an der Mühle ist, dass man die Halterungen der Kroykette weder von unten noch von oben überprüfen kann. Man braucht immer einen Hubsteiger. Die abgerosteten Schrauben stammen von ca. 1900, als damals die Windrosentechnik nachträglich eingebaut wurde. Bei der Restaurierung von 1986 – 1993 wurden die Schrauben der Tragarme offensichtlich nicht erneuert. Wir haben leider kein mitfahrendes Podest an der Mühle, um Service- und Reparaturarbeiten an der Windvordrehung ausführen zu können. Ein Teil was aber früher, wenn auch in primitiver Ausführung vorhanden war, das kann man auf alten Fotos erkennen.
Glück zu
Peter Stoltenberg
